KI in der Schweiz: Bestandsaufnahme 2025
Wie weit ist die Einführung von künstlicher Intelligenz in Schweizer Unternehmen im Jahr 2025? Ein Überblick über Trends, Kennzahlen und Herausforderungen.
KI in der Schweiz: Bestandsaufnahme 2025
Die Schweiz nimmt in der globalen KI-Landschaft eine besondere Stellung ein. Mit der EPFL, der ETH Zürich und einem dynamischen Startup-Ökosystem verfügt das Land über eine starke Forschungsbasis. Doch wie steht es um die konkrete Nutzung durch Unternehmen — insbesondere durch KMU?
Ein Ökosystem auf dem Weg zur Reife
In der Schweiz sind laut dem Swiss AI Ecosystem Report über 900 auf KI spezialisierte Unternehmen ansässig. Zürich, Lausanne und Genf vereinen die Mehrheit dieser Akteure, doch auch in Bern, Basel und im Tessin entstehen neue Zentren. Das Land zieht internationale Fachkräfte an und profitiert von einem stabilen regulatorischen Umfeld, das Innovation begünstigt.
KI-Adoption in KMU: Fortschritte und Lücken
Während grosse Schweizer Unternehmen KI bereits umfassend in ihre Prozesse integrieren, zeigt sich bei KMU ein differenzierteres Bild. Laut einer Studie der Hochschule Luzern nutzten 2024 rund 35 % der Schweizer KMU mindestens ein KI-Werkzeug — gegenüber 18 % im Jahr 2022. Der Fortschritt ist deutlich, doch die Mehrheit der Unternehmen befindet sich noch in einer Beobachtungsphase.
Die wichtigsten Hindernisse sind:
- Fehlende interne Kompetenzen: Nur wenige KMU verfügen über Mitarbeitende mit KI-Kenntnissen.
- Unsicherheit über den ROI: Ohne konkrete Anwendungsfälle erscheint die Investition riskant.
- Datenschutzbedenken: Die Einhaltung des nDSG bleibt ein zentrales Anliegen.
Die fortschrittlichsten Branchen
Einige Sektoren gehen voran. Die verarbeitende Industrie setzt KI für vorausschauende Wartung und Qualitätskontrolle ein. Der Finanzsektor — in der Schweiz traditionell innovationsfreudig — nutzt Modelle zur Betrugserkennung und Risikoanalyse. Der Detailhandel verwendet KI zur Personalisierung und Lagerverwaltung.
Die Rolle des Bundes
Der Bundesrat hat 2024 seine aktualisierte Strategie für künstliche Intelligenz veröffentlicht und dabei einen risikobasierten Ansatz betont, anstatt eine sektorale Regulierung vorzuschreiben. Die Schweiz setzt auf Selbstregulierung und Verhaltenskodizes, richtet sich aber zunehmend an den Grundsätzen des europäischen AI Acts aus, um die Kompatibilität mit ihrem wichtigsten Handelspartner zu gewährleisten.
Trends für 2025
Mehrere Entwicklungen zeichnen sich klar ab:
- Generative KI wird zum Standard: Immer mehr Unternehmen integrieren Sprachmodelle in ihre Arbeitsabläufe.
- Souveräne Lösungen gewinnen an Bedeutung: Die Nachfrage nach KI-Lösungen mit Hosting in der Schweiz steigt, getrieben durch Compliance-Anforderungen.
- Weiterbildung beschleunigt sich: Universitäten, Fachhochschulen und private Anbieter erweitern ihr Angebot an KI-Weiterbildungen.
Was bedeutet das für KMU?
Die Botschaft ist eindeutig: KI ist keine Option mehr, sondern ein Wettbewerbshebel. KMU, die sich nicht rechtzeitig damit befassen, riskieren einen wachsenden Rückstand gegenüber ihren Konkurrenten. Die gute Nachricht: Die Werkzeuge werden immer zugänglicher, und die Begleitangebote strukturieren sich.
IAPME Suisse hat es sich zur Aufgabe gemacht, KMU bei diesem Schritt zu unterstützen — mit praxisnahen Schulungen und einer Begleitung, die auf den jeweiligen digitalen Reifegrad abgestimmt ist.